Silke stört das Team / Panda Story Episode #10

Silke stört das Team – Panda Story – Episode #10

Ray kommt obgleich der nervigen Situation recht entspannt im Büro an. Es ist Freitag, er nimmt sich vor, mit Howard und Ken zu sprechen, um zusammen einen Weg zu finden, dass die Demo für Silke am Montag stattfinden kann. Freitags trifft sich das Development Team immer zum gemeinsamen Frühstück. Ray geht in die Küche, um sich einen Kaffee zu holen, welchen er mit in den Teamraum nimmt, in der Absicht, sich dem Frühstück anzuschließen. Im Teamraum angekommen sitzen bereits Ken und Howard am Tisch und trinken Kaffee.

Ken: „Hallo Ray, schön Dich zu sehen, wie gehts?“

Ray: „Willst Du eine ehrliche Antwort?“

Ken: „Immer doch.“

Ray: „Nach gestern und den Themen mit Silke war ich ziemlich down, es läuft gerade nicht so, wie es in meinen Augen sein sollte. Aber jammern hilft ja auch nicht, ich freue mich auf die Demo und die Messe.“

Ken: „Darauf freue ich mich auch, bin gespannt was Du von den Kunden erfährst.“

Ray: „Werde leider nicht mit auf die Messe fahren, Silke hat wohl das Budget dafür nicht oder will es nicht haben.“

Ken: „Das ist doch echt sehr schade, warum denn nicht, es wäre so wichtig!“

Ray: „Silke sieht dafür keine Notwendigkeit, sie will es allein präsentieren. Was mich leider zum nächsten Punkt bringt.“

Ken: „Du solltest mit hin!“

Ray: „Wird nicht klappen, die Demo muss am Montag sein, Silke will es sich anschauen, damit sie es präsentieren kann.“

Ken: „Review mit dem Team ist doch erst am Dienstag, weiß nicht, ob das am Montag klappt.“

Ray: „Muss es leider ..“

Ken: „Howard kannst Du nicht mit Silke reden, ich meine, wofür haben wir Scrum, wenn sich keiner dran hält.“

Howard: „Ich laufe da gerade keine offenen Türen ein, Britta und ich haben es bereits versucht. Silke hat nur die Messe und die Ankündigungen im Kopf, wie schaut es denn damit aus?“

Ray: „Ja da bin ich auch gespannt drauf.“

Ken: „Der Click-Dummy ist recht weit, heute noch, dann sollte er fertig sein, so das Frontend Team auch alles geschafft hat, aber ich denke doch. Wir treffen uns nachher gleich nochmal.“

Ray: „Freut mich zu hören, ich versuche die Demo auf möglichst Montag Nachmittag zu legen, das verschafft uns noch Zeit.“

Ken: „Lass uns heute eng abstimmen, damit wir für Montag bereit sind, ich gehe gleich zum Frontend Team.“

Ray: „Ok danke Dir.“

Ray trinkt noch seinen Kaffee aus und macht sich dann auf den Weg in sein Büro. Ken und der Rest vom Team arbeiten den Vormittag weiter an den User Stories für die Messe, kurz vor Mittag kommt Silke überraschend in den Teamraum und geht zu Howard.

Silke: „Guten Morgen Howard, wie läuft es im Team?“

Howard: „Ich denke gut, so wie es sich bei Frühstück angehört hat.“

Silke: „Sehr gut, also sind wir für die Messe gewappnet?“

Howard: „Das wissen wir am Dienstag im Review, aber ich bin sehr zuversichtlich.“

Silke wirkt sehr abwesend, nicht am Gespräch beteiligt. Es hat den Eindruck, als ob ihr noch etwas durch den Kopf schwirrt.

Silke: „Dienstag, naja, solange ich am Montag alles sehen kann. Unser Mitbewerber hat gerade eine Ankündigung für die Messe herausgebracht, wir müssen daher bis zur Messe noch etwas ändern.“

Howard: „Ich bin da leider nicht der richtige Ansprechpartner, Ray als Product Owner ist da mehr im Thema.“

Silke: „Ich finde Ray gerade nicht, ich sage es direkt dem Team.“ <Silke schaut Richtung Ken> „Ken kommst Du mal bitte.“

Ken blickt auf und schaut zu Howard und Silke.

Howard: „Ken entwickelt gerade eine wichtige Funktion für die Messe, bitte sprich mit Ray, er kann es besser bewerten.“

Silke: „Jetzt wo ich schon hier bin, kann ich es doch gleich mit Ken besprechen, ging doch früher auch.“

Howard: „Und genau das, hat früher zu Problemen geführt, die Unterbrechungen im Team. Jetzt arbeiten wir nach Scrum, heißt Wünsche bzw. Anforderungen bzgl. des Produktes laufen über Ray.“

Silke: „Ich habe Dir die Stelle als Scrum Master gegeben, damit wir hier im Team Backend agil werden und schnell auf Änderungen reagieren können. Was bringt mir Scrum, wenn ich nicht reagieren kann?“

Howard: „Agil bedeutet nicht Ad-Hoc, wir müssen den Focus behalten.“

Silke: „Wo ist Britta, ich muss das mit ihr besprechen, sie hat mir das anders erklärt.“

Ken ist in der Zwischenzeit von seinem Platz aufgestanden und zum Frontend Team gegangen, um die letzten User Stories abschließend zu besprechen und zu testen.

Howard: „Ich weiß nicht wo Britta ist, Ray ist aber in seinem Büro, versuch es doch erstmal dort, wegen den neuen Anforderungen.“

Silke schaut zum Tisch von Ken.

Silke: „Jetzt ist Ken auch noch weg. Darüber reden wir noch, Howard, nach der Messe.“

Silke verläßt wieder den Teamraum vom Team Backend und geht, wenn auch widerwillig in das Büro von Ray, Britta ist ebenfalls gerade bei Ray.

Silke: „Gut das ich Euch beide hier treffe, ich bin nicht zufrieden mit Howard. Ich wollte noch etwas für die Messe zum Team geben, so wie früher auch. Howard ist der Meinung, wegen Scrum ist dies nicht erlaubt.“

Britta: „Hey Silke, schön Dich zu sehen. Gut das Du zu Ray gekommen bist, es ist der richtige Ansprechpartner für Produktthemen.“

Silke: „Mir gefällt die Art nicht, wie Howard Scrum leben will, es macht uns unflexibel, es entspricht nicht der Realität.“

Britta: „Howard hat den richtigen Gedanken gehabt, was Änderungen angeht, diese laufen über Ray als Product Owner.“

Silke: „Ich hätte gern, dass wir nach der Messe Scrum auf den Prüfstand stellen.“

Ray: „Dafür bin ich auch, wir leben es nicht gut!“

Silke: „Also macht Howard einen schlechten Job?“

Britta: „Lass uns nach der Messe gemeinsam Verbesserungen identifizieren  und schauen, wie wir Scrum noch besser im Unternehmen nutzen können, um unsere Kunden zufrieden zu stellen.“

Silke: „Ein typischer Britta Satz.“ <schmunzelt> „Wie dem auch sei, Ray hast Du die Ankündigung vom Mitbewerber gelesen?“

Ray: „Ja habe ich, sehr spannend, dass sie das jetzt auch haben.“

Silke: „Was können wir dem entgegensetzen? Wir brauchen auch etwas Vergleichbares zur Messe.“ <schaut ernst>

Ray: „Die Idee von denen ist super, ich denke, wir können da mit unseren Features mehr als mithalten. Die Teams bereiten es für die Messe vor, wir können es am Dienstag zeigen.“

Silke: „Du meinst, ich muss es nicht mehr mit Ken besprechen?“

Ray: „Ich denke, wir haben an alles gedacht, das Team hat gute Arbeit geleistet.“

Silke: „Ok, dann bis Montag zur Demo, Montag bitte.“

Ray: „Dienstag ist Review, wenn wir es am Montag zeigen, können noch Unzulänglichkeiten vorhanden sein, bitte sei Dir dessen bewusst.“

Silke: „Solange sie die Messe nicht gefährden. Ich muss nun weiter.“

Silke verlässt wieder das Büro von Ray. Britta und Ray sind sich einig, dass nach der Messe dringend reflektiert werden muss, wie Scrum gelebt wird. Die Beinahestörung des Teams von Silke ist da nur ein Ereignis, welches nicht zu Scrum passt. Britta wird hierfür eine Retro mit mehreren Teams und Silke vorbereiten, um dies zu reflektieren.