Refinement und User Stories / Panda Story #1

In Transformationen hin zu Unternehmen, welche im aktuellen Marktumfeld agieren wollen, werden oft Experten eingesetzt, welche bei dieser Transformation unterstützen sollen. Ist es eine sogenannte Agile Transformation, sind es oft Agile Coaches, welche uU Scrum Master und Product Owner im Unternehmen unterstützen sollen. Mit welchen Mitteln ist eine agile Transformation erfolgreich, wie sollten die Personen sein, die diese begleiten und was macht einen guten Scrum Master und/oder Agile Coach aus?

Britta ist eine erfahrene Expertin im Agilen Umfeld, sie hat schon viele Transformationen in Unternehmen begleitet, von einzelnen Teams, bis hin zu ganzen Bereichen. Howard ist neu im Unternehmen, er hat gerade eine Schulung zum Scrum Master gemacht und möchte nun durchstarten. Die Firma (ein Hersteller für PKW) vertraut ihm und er bekommt direkt sein erstes Team, bestehend aus Developern und Product Owner, zugeteilt, um als Scrum Master zu unterstützen. Die Firma wünscht sich, dass Britta ihn begleitet, was ihn nicht sonderlich begeistert. Er ist davon überzeugt, dass er für diesen Job nach der zweitägigen Schulung und der bestandenen Prüfung hinreichend gerüstet ist. Die 19 Seiten Scrum Guide, die kennt er, was soll ihm Britta schon noch beibringen. Howard weiß genau, was er will und wie er das Team befähigen will.

Am Montag steht das erste Refinement vom Team an, welches er begleiten will. Er ist sich nicht sicher, ob die Wocheneinteilung so richtig ist. Es wurde ihm übermittelt, dass die Sprints zwei Woche lang sind. Das Review und dieRetrospektive sind Dienstagnachmittag und Mittwochvormittag ist das Planning. Das Team hat ihn zum Refinement eingeladen, da es ein paar Anforderungen aus dem Produkt Backlog besprechen möchte. Er hört sich die Diskussionen bzgl. der Anforderungen eine halbe Stunde an, rollt ab und zu mit den Augen. Seinem Empfinden nach, sind die Anforderungen einfach nicht genau genug beschrieben, irgendwie scheint der Product Owner nicht seinen Job zu machen. Das Team ist in einer regen Diskussion und ergänzt einzelne Anforderungen und schätzt einige.

Howard denkt sich, dass dieses Refinement viel effizienter ablaufen hätte können, so der Product Owner vorher richtig gearbeitet hätte, so viele Fragen, das scheint unnötig. Er geht zum Product Owner, bitte um ein Gespräch. Ohne abzuwarten, was der Product Owner zu sagen hat, schlägt er ihm direkt vor, dass alle Anforderungen, bevor sie mit dem Team besprochen werden, als User Story geschrieben werden müssen, ebenso soll sich der Product Owner über die Akzeptanzkriterien Gedanken machen, und diese direkt an die User Story anhängen. Der Product Owner fühlt sich etwas überfahren, sagt aber zu, bis zum Planning noch ein paar User Stories zu formulieren.

Am Mittwoch im Planning stellt der Product Owner folgende User Story vor, welche er gern im Sprint umgesetzt haben möchte: „Als Türsensor möchte ich messen können, wann die Tür offen ist, damit ich eine Warnung ausgeben kann“. Der Product Owner hat ebenso drei Akzeptanzkriterien erstellt, welche er dem Team vorstellt. Howard ist sichtlich zufrieden mit dieser Story. Dass das Team keine weiteren Fragen hat, ist noch das Sahnehäubchen in seinen Augen, so kann das Planning schnell und effizient abgeschlossen werden.

Das Team setzt die User Story im Sprint genauso um, wie vom Product Owner beschrieben, alle Akzeptanzkriterien sind ebenfalls erfüllt. Im Review stellt sich heraus, dass die User Story zwar richtig entwickelt wurde, dennoch nicht das Richtige ist, so nicht den Erwartungen der Stakeholder genügt. Es wurde vergessen, dies für die Hecktür anders zu betrachten. Howard ist enttäuscht vom Team und vom Product Owner. Zu Mittag trifft er sich mit Britta, um davon zu berichten. Er nimmt sich vor, die Zügel anzuziehen und dem Product Owner einen Business Analysten an die Seite zu stellen, damit der dieser entlastet ist und die Anforderungen genauer beschrieben werden.

Britta gibt zu bedenken, dass Howard die Thematik mit den User Stories und Akzeptanzkriterien wohl etwas zu einseitig betrachtet hat, die Vorgabe für den Product Owner zu einschränkend war. User Stories sind ein Kommunikationstool, gerade in der Kommunikation liegt der Schlüssel zum Erfolg. Britta erinnert Howard an das Agile Manifest Punkt 1 „Individuen und Interaktionen mehr als Prozesse und Werkzeuge“.

Howard ist nachdenklich an diesem Tag, er möchte es besser machen .. nur wie ..

Refinement, Effektiv oder Effizient?

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