IT-Transformation scheitert nicht am Fachbereich, sondern an fehlender Selbst-Diagnose
Gescheiterte IT-Transformationen haben selten eine einzelne Ursache im Fachbereich. Die belastbare Empirie 2023 bis 2026 verortet die Hauptursachen in Architektur, Governance, falschen Erfolgsmetriken und an der Schnittstelle zwischen IT und Business. Das verbreitete Bild vom blockierenden Fachbereich stammt überwiegend aus Selbstauskünften von IT-Verantwortlichen, nicht aus unabhängiger Messung. Auf einen Blick Bain 2026: 88 % der Führungskräfte halten ihre Reorganisation für erfolgreich, nur 36 % der Mitarbeitenden teilen die Einschätzung. Lücke von 52 Prozentpunkten. McKinsey/Oxford (n=5.400 IT-Grossprojekte): rund 50 % des Schadens entstehen in IT-Execution und Governance, nicht im Fachbereich. VW Cariad, HealthCare.gov und weitere, in 6 von 7 dokumentierten Post-Mortems liegen die belegten Ursachen bei Architektur, Governance, Beschaffung. Fachbereichs-„Blockade“ ist meist Symptom, nicht Ursache. DeLone-McLean (12.000+ Zitationen): Nutzerzufriedenheit ist Mediator, nicht Auslöser, wer Misserfolg auf Akzeptanz schiebt, dreht die Kausalität um. Diagnose vor Therapie: DORA Quick Check, SPACE-Framework, Spotify Health Check liegen frei verfügbar, und werden meist übersprungen. Wenn eine Transformation scheitert, findet sich schnell ein Adressat. Der Fachbereich liefert keine sauberen Anforderungen, akzeptiert die neuen Systeme nicht, blockiert. Diese Erzählung ist bequem. Sie hält